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Krankheit als Entwicklungsweg begreifen

"Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen kleinen Sünden wider die Natur. Wenn diese sich gehäuft haben, brechen die Krankheiten scheinbar auf einmal hervor",

schrieb Hippokrates im 5. Jh. vor Christus, wobei er mit den "kleinen Sünden" freilich keine moralischen meinte.
Die Krankheit ist häufig zu verstehen als eine Anfrage des Lebens an das Individuum nach Entwicklung. Jede von außen herangetragene Anfechtung an die körperliche Integrität des Individuum verlangt auch eine innere Empfänglichkeit, damit Krankheit entstehen kann. In diesem Sinne bedeutet Krankheit häufig eine Chance zu neuen Bereitschaften, Öffnungen oder Wandel.
Das körperliche Geschehen ist ein fortwährender Erkenntnisprozess zwischen Eigenem und Fremden, Anzueignendem und Abzuwehrendem, Kooperation und Aufrechterhaltung der Autonomie. In diesem Koordinatensystem erscheint Krankheit als eine Gestalt, in der dieser Erkenntnisprozess an irgendeiner Stelle außer Tritt geraten, sprich aus der Selbstregulation herausgefallen ist. In ähnlichem Sinne verkörpert auch jede Heilpflanze in ihrem Gestaltausdruck ein ganz bestimmtes „Lebensthema“, das den Menschen womöglich zu dem zur Wiederherstellung seiner Selbstregulation notwendigen Erkenntnisschritt geleiten kann — auf allen Ebenen.

Das hier vorliegende lexikalische Verzeichnis von Krankheitsbildern versucht, sich dem Symbolcharakter, dem Aussagewert bzw. den möglichen tieferliegenden Thematiken hinter den jeweiligen Symptomatiken anzunähern. Sie sollen für den Betroffenen nicht mehr und nicht weniger als eine erste Anregung sein, ganzheitlichere Wege der Heilung zu suchen und zu finden.