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Borreliose

Das Krankheitsbild:

Lyme-Borreliose ist als Krankheit nicht neu, wohl aber hinsichtlich ihrer Diagnostizierbarkeit: Sie wurde in den 70er Jahren im Ort Lyme in USA erstmalig systematisch beobachtet und beschrieben. Ihr Erreger, das Bakterium Borrelia burgdorferi, erhielt seinen Namen vom Schweizer Bakteriologen Willy Burgdorfer, der es 1981 entdeckte und beschrieb. Die Krankheit wird durch Zeckenbiß übertragen, allerdings kommt es nur bei jedem zehnten, der von einer infizierten Zecke gebissen wird, zur Erkrankung. Für eine Übertragung der Borrelien auf den Menschen braucht es zwischen 6 und 48 Stunden. Je früher man das Tier fachmännisch entfernt, desto geringer ist das Infektionsrisiko.
Nach einer Inkubationszeit von etwa 5 – 29 Tagen bildet sich auf der Haut ein klassischer Ausschlag, der zunächst handtellergroß ist, dann aber an Umfang zunimmt: die sog. Wanderröte. Sie kann sich ohne Behandlung zurückbilden, aber auch monatelang bestehen bleiben. Allerdings fehlt sie bei jeder zweiten Borreliose, was die Diagnostik erheblich erschwert.
Im ersten Stadium der Infektion kommt es zu Allgemeinsymptomen wie Schwäche, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen und Fieber. Der Einsatz von Antibiotika wird derzeit unter schulmedizinischen und naturheilkundlichen Ärzten kontrovers diskutiert. Letztlich müssen Einzelfalllösungen gefunden werden. Wenn auf Antibiotika verzichtet wird, so ist dies nur zu verantworten, wenn dieser Entscheidung ein ausgereiftes naturheilkundliches Konzept gegenübersteht, das der Patient in enger Absprache mit seinem Arzt konsequent und verantwortungsvoll umsetzt.
Etwa drei Monate nach dem Zeckenbiss haben sich die Erreger bei unbehandelter  Borreliose im ganzen Körper ausgebreitet. Typische Symptome sind nun Erschöpfung, Kopf- und Muskelschmerzen, Gelenkentzündungen, Fieber und Lymphknotenschwellungen. Auch Schweißausbrüche, Sehstörungen oder Störungen des Tastsinns kommen vor. Bei jedem zehnten Patienten entwickelt sich eine sog. Neuroborreliose mit Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündungen. Wird auch das Nervensystem des Herzens befallen, reagiert der Patient mit Herzrhythmusstörungen.
Das Stadium III einer nicht behandelten Borreliose ist durch ständig wiederkehrende akute Schübe charakterisiert. Zwischen ihnen können zwar Monate und Jahre einer vollständigen Symptomfreiheit liegen, doch bei Belastungen oder Krankheiten flackern die typischen Beschwerden wieder auf: Schmerzen in Muskeln, Nerven und Gelenken, Gefäßentzündungen, Störungen der Sinneswahrnehmung, Herzerkrankungen und eine unerträgliche Müdigkeit und Erschöpfung, die sich auch durch Schlaf kaum bessert.

Die Symbolebene:

Borrelien sind Bakterien mit spiralförmiger Gestalt. In der Symbolik steht die Spirale seit frühgeschichtlicher Zeit für Themen wie zyklische Entwicklung, Wiederkehr und Erneuerung. So gesehen lohnt sich die Frage, um welches Lebensthema der Borreliose-Patient immer und immer wieder „kreist“, ob bewusst oder unbewusst. Oft lässt sich im Leben von Betroffenen ein „Zentralkonflikt“ beobachten, den sie für sich nicht lösen können. Er setzt sie unter eine permanente Konfliktspannung, die sich schwächend auf ihr Seelenleben und ihre körperliche Resistenz auswirkt. So haben die angreifenden Erreger ein leichtes Spiel. Dann sind therapeutische Wege hilfreich, die ein vertieftes Bewusstsein vom eigenen Selbst, die Erarbeitung eines gesunden Selbstbewusstseins, eines angemessenen Durchsetzungsvermögens und einer größeren emotionalen Selbständigkeit fördern. Dazu gehören das Aussprechen unerwünschter Gefühle und das Entwickeln einer größeren persönlichen Klarheit hinsichtlich eigener Ziele und Werte. Der Weg zu einer gesunden Abwehrkraft ist ein Weg zum eigenen Selbst. Er fordert auch die Auseinandersetzung mit Lebensthemen, die einem zuvor auf (und an) die Nerven gingen, und die Konfrontation mit vielem, was man sich lieber ersparen wollte. Wer diesen Weg auf sich nimmt, kann nicht nur gesund werden, sondern wird sich zu einem reiferen und selbst-bewussteren Menschen entwickeln – insofern ist eine hartnäckige Infektionskrankheit wie Borreliose vielleicht die wichtigste Herausforderung, die ein Mensch für seine Persönlichkeitsentwicklung zu bestehen hat.