
Arzneipflanzen und deren Zubereitungen werden seit Jahrtausenden in allen Kulturen traditionell angewandt und bilden auch heute noch die Basis einer ganzheitlichen Therapie. Nachdem die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts durch die chemisch-synthetischen Präparate praktisch verdrängt wurde, erfuhr sie durch das Wirken von Pionieren wie Alfred Vogel in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten ein Comeback. Die bald wieder einsetzende und seither stets steigende Nachfrage nach Phytotherapeutika (pflanzliche Arzneimittel) wurde durch eine zunehmende Großproduktion und Mechanisierung der Herstellprozesse befriedigt.
In den 70er- und 80er-Jahren bemerkten phytotherapeutisch erfahrene Ärzte und Therapeuten, dass die Wirksamkeit pflanzlicher Präparate nachzulassen schien. Da die Mehrheit der Arzneipflanzenforscher den Grund in einer zu geringen und schwankenden Wirkstoffkonzentration der damaligen Präparate vermutete, entwickelten sie die Kategorie der hochdosierten, standardisierten Phytopharmaka.
In unabhängigen, eigenen Versuchen konnte der Chemiker und Arzneipflanzenforscher Dr. Roger Kalbermatten nachweisen, dass der Wirksamkeitsverlust primär auf Besonderheiten des industriellen Herstellungsprozesses zurückzuführen war. Geleitet vom Bestreben, die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneien wiederzuerlangen bzw. auszuschöpfen, entwickelte er ein neues Herstellverfahren, das an die ursprüngliche Herstelltradition Samuel Hahnemanns angelehnt ist und auch den Vital- und Ordnungsgehalt der Pflanze mit zur Entfaltung brachte. Die so hergestellten Tinkturen waren nachweislich stärker wirksam, so dass die Dosierungsempfehlungen entsprechend reduziert werden konnten.
1991 gründete Dr. Roger Kalbermatten zusammen mit seiner Frau Hildegard sowie den beiden deutschen Förderern ökologischer Projekte, Godehard Graf Hoensbroech und Marie Thérèse Gräfin Hoensbroech, die CERES Heilmittel AG mit Produktions- und Vertriebsstandort Schweiz und einem zweiten Vertriebsstandort in Deutschland. Die verbreitete Ansicht, dass niedrig dosierte pflanzliche Präparate weitgehend unwirksam sein müssten, machte in der Aufbauphase viel Vorträge, Seminare und Publikationen notwendig, um Ärzte und Therapeuten auf die große Bedeutung der nichtmateriellen Wirkprinzipien hinzuweisen. Dies trug allmählich Früchte, um so mehr, als sich mit wachsender Praxiserfahrung zeigte, dass die pflanzlich-homöopathischen CERES-Arzneimittel neben den bekannten organischen und funktionellen Wirkungen auch seelische Heilungsprozesse anzustoßen vermochten. Diese Beobachtung gab Anlass, die verwendeten Heilpflanzen nicht nur von ihrer stofflichen Komposition bzw. ihrem Arzneimittelbild her zu verstehen, sondern verstärkt ihre Signatur und Wesensqualität zu ergründen.
Die Ergebnisse wurden 1997 erstmals im Kompendium der CERES Heilmittel AG und 2002 im Buch „Wesen und Sig-natur der Heilpflanzen“ von Roger Kalbermatten veröffentlicht. Diese Publikationen trafen in der naturheilkundlichen Szene das Bedürfnis der Zeit nach einer lebendigen Heilkunst mit Pflanzen und brachten den Durchbruch in der praktischen Handhabung der CERES-Arzneimittel.
Basierend auf den Wesensbeschreibungen, verlagerte sich am Deutschen Standort der Schwerpunkt der Vertriebsarbeit auf die Entwicklung und Vermittlung salutogenetisch orientierter, therapeutischer Konzepte. Im April 2002 benannte sich die CERES GmbH Deutschland um in ALCEA, abgeleitet vom griechischen Wort „alke“, was so viel wie unterstützende Kraft bedeutet.
In der wesensgemäßen Arbeit mit Heilpflanzen hat ALCEA therapeutisches Neuland betreten und versteht sich hier selbst als Lernendes System. Die seit 2008 im Internet neu errichtete und für Ärzte, Therapeuten und Hebammen zugängliche ALCEA-Kasuistikdatenbank hat zum Ziel, die Heilkunst mit Pflanzen zu evaluieren und einen umfassenden Erfahrungsschatz aufzubauen. Die Erfahrungen werden durch Publikationen, Vorträge und Seminare fortlaufend in die naturheilkundliche Szene wieder zurückgespeist. 2009 hat ALCEA sein Seminarangebot erstmals auch auf Wochenendseminare ausgeweitet, um vertiefend – praktisch, theoretisch als auch sinnlich begegnend – die Heilkunst mit Pflanzen vermitteln zu können.